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1.Männer: Hornissen haben Kämpfen und Siegen nicht verlernt

23.01.2018

Handball: Goldbach/Hochheim überrascht gegen den Thüringenliga-Zweiten Sonneberg mit einem 28:27-Heimerfolg

 

Von Wiebke Töpfer

Goldbach. Es war eine Schlussminute, wie sie nervenaufreibender wohl kaum sein kann. In der Thüringenliga-Partie des SV Goldbach/Hochheim gegen den Sonneberger HV führten die Gastgeber mit 28:27. Noch 15 Sekunden waren zu spielen, als Sonnebergs Marius Ignats beim letzten Angriff von Matthias Dreyße gestoppt wurde.

Alles schaute gespannt zum Schiedsrichtergespann Klich/Pfefferkorn. Die Unparteiischen entschieden auf Siebenmeter – und ließen die Spannung in der Nessetalhalle damit ins Unermessliche steigen. Marius Bondar trat an, zum neunten Mal in dieser Partie – und verwarf. Das Spiel war aus; und die vielleicht größte Sensation der bisherigen Thüringenliga-Saison perfekt. Darauf, dass die Goldbacher Tabellenelften gegen den haushohen Favoriten und Titel-Aspiranten aus Südthüringen die Oberhand behalten würden, hätte wohl im Vorfeld kaum einer gewettet. Auch im Hornissen-Lager nicht, wo vor der Partie eine muntere Stimmung herrschte und Späße über den vermeintlichen Ausgang gemacht wurden.

Dass Goldbach/Hochheim rein gar nichts zu verlieren hatte, schien die Blau-Weißen allerdings zu beflügeln – und es wurde 60 Minuten mit einer unglaublichen Leidenschaft Handball gespielt.

Marius Bondar eröffnete den Torreigen mit dem 0:1 für die Gäste, die gleich auf 1:3 davonzogen. Dann wachten die Hornets auf, die durch Tore von Oliver Taubert und Matthias Dreyße wieder auf 3:5 rankamen.

Hornets-Trainer Sven Rothhämel nahm dennoch bereits in der zehnten Minute die Auszeit und seine Schützlinge noch einmal ins Gebet. Seine Worte blieben nicht ungehört. So verschoben die Goldbacher danach gut in der Defensive und spielten offensiv gegen Bondar und Benak, um dann ihr Spiel langsam aufzubauen.

Zunächst gelang Daniel Fekete so der 5:5-Ausgleich (11.). Als dann Taubert per Siebenmeter und von Außen traf (7:5/ 13.) bahnte sich die Wende an. Denn die Hornissen blieben auch danach weiter tonangebend. Erik Gerloff und Julian Rothhämel punkteten fleißig aus dem Rückraum, während Taubert immer wieder von der Siebenmeter-Linie treffsicher war. So bauten die Hornets ihre Führung weiter aus (11:7/ 19.) – und verteidigten diese in der Folge auch, bis Julian Rothhämel die 15:10-Pausenführung markierte.

Die Gäste kamen mit viel Wut aus der Kabine und dominierten die ersten Minuten der zweiten Halbzeit klar. Schnell hatte Weitz auf 15:11 (32.) verkürzt. Doch die Gastgeber wollten nun ebenfalls unbedingt die Punkte im Nessetal behalten. Jens Moratschke (17:11) und Gerloff (20:12 /39.) übernahmen Verantwortung und ließen Goldbach wieder davonziehen. Auf Sonneberger Seite lief hingegen nun nichts mehr zusammen.

Nach ihrer Auszeit beim 20:12 (39.) legten die Spielzeugstädter wieder einen Gang zu. Viele schnelle Übergänge verwerteten Bondar und Ignat zu Treffern im blau-weißen Gehäuse. Bis Sonneberg mit 22:19 (54.) plötzlich wieder auf Tuchfühlung war. Die Hornissen mobilisierten noch einmal alle Kraftreserven und begeisterten ihren Anhang mit richtig gutem Handball. Auch dank wichtiger Paraden durch Torhüter Florian Schneegaß vergrößerten die Blau-Weißen den Vorsprung wieder (24:20/ 56.Minute).

Allerdings nutzten die Sonneberger die sich nun bietenden Räume und waren nach einem 2:6-Lauf plötzlich wieder auf ein Unentschieden herangekommen (26:26/ 60.). Damit brachen in der Nessetalhalle die dramatischen Schluss-Sekunden an – an deren Ende Goldbach/Hochheim den glücklichen Heimsieg und zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf feiern konnte.